17. Dezember 2019 – Chomtong

Liebe Freunde im Dhamma,

noch einmal berichte ich aus dem Tempel in Chomtong.

Die Stimmung hier im Kloster ist friedlich, wenn auch die Trauer in einzelnen Gesichtern zu sehen ist, so steht dieses Gefühl nicht im Vordergrund. Es ist vielmehr die Gewissheit zu spüren, dass der Höchst Ehrwürdige Phra Prom Mongkol Vi. (Ehrwürdiger Ajahn Tong Sirimangalo) sein Ziel der wahren Glückseligkeit erreicht hat.

Immer wieder hören wir seine vertraute Stimme, wenn über Lautsprecher Tonaufnahmen abgespielt werden.

(Anmerkung: Wir hatten in der ersten Email den 12.12.2019  als Todestag geschrieben, aber es war der 13.12.2019 kurz nach Mitternacht; wegen der Zeitverschiebung ist das anfänglich fehlerhaft angekündigt gewesen.)

Es sind viele Menschen hier, die unserem Ehrwürdigen Lehrer ein letztes Mal Respekt zollen unter ihnen auch einige aus unserer westlichen Sangha und täglich kommen weitere hinzu.

Bis Sonntag war es noch möglich, in der traditionellen Art am Sarg Respekt zu erweisen, um Vergebung zu bitten und Metta zu senden indem Wasser über Blumen gegossen wurde. Dies ist die Tradition, um verehrten Älteren bei verschiedenen Anlässen den Respekt zu erweisen.

Am Sonntag gg. 17:00 Uhr wurde das gesegnete Wasser des thailändischen Königs, der als Oberhaupt der thailändischen Sangha gilt, überbracht. Mit vielen hochrangigen Persönlichkeiten aus der Mönchssangha und der Regierung und einem hohen Aufgebot an Sicherheitsleuten fanden wir uns dazu schon ab 13:00 Uhr im Maha Sala ein.

So wurde auch von Seiten des Königshauses unserem Ehrwürdigen Lehrer, der in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit königlichen Titeln ausgezeichnet wurde, die letzte Ehre erwiesen.

Seither steht der goldene Sarg mit dem Körper im Maha Sala verdeckt von Blumengebinden und traditionellen Ziergegenständen.

Beim Verscheiden hochrangiger Mönche obliegen die Entscheidungen über die zeremoniellen Abläufe dem Königshaus. Für den Höchst Ehrwürdigen Phra Prom Mongkol Vi übernimmt das Königshaus für sieben Tage (häufig sind es nur drei) die offizielle und außergewöhnliche Rezitation der Abhidhamma-Texte. Hierfür werden speziell Mönche aus Bangkok entsendet.
Dies findet momentan jeweils um 19 Uhr (thailändische Zeit) statt.

Viele Menschen wohnen diesem Zeremoniell bei. Gestern wurden dann im Anschluss noch weitere spezielle Chantings von der Mönchs- und Laiensangha dargebracht.

Das Königshaus spendet dem Kloster für diese 7 Tage dem Kloster die Kosten, die für Verpflegung der ganzen Besucher und hochrangigen Gäste anfallen, und kommen für die Kosten der prachtvollen Dekorationen und vielem weiteren auf.

Da die Frage, ob Spenden an das Kloster möglich sind, bereits an uns herangetragen wurde, stellen wir hierfür gerne das Vereinskonto zur Verfügung. Gerne könnt‘ Ihr mit dem Hinweis „Heimgang Ajahn Tong“ Dana auf das bekannte Kontonummer (auf der Internetseiten/Verein zu finden) überweisen. Wir werden es dann bei der nächsten Gelegenheit dem Kloster übergeben.

Wie die weiteren Abläufe bis zur Verbrennung und Beisetzung sind, wurde noch nicht bekannt gegeben. Verbrennungen können nach 3, 7, 10 aber manchmal auch erst 50 oder 100 Tagen stattfinden.

Wer von euch gerne die nächsten Tage bei der ein oder anderen Zeremonie teilhaben möchte, kann dies über die Webseite des Tempels tun: https://www.facebook.com/ajarntong. Manchmal werden Teile sogar live gesendet.

Es ist ein sehr erhebendes Gefühl, dem allem beizuwohnen. Seit Samstag wurde auch – von unserer Wiener Zweigstelle zusammen mit anderem Gruppen in Europa zur Meditation und zum Chanten – wem dies möglich ist – aufgerufen. Falls Ihr nicht die Möglichkeit habt, Euch mit anderen zur gemeinsamen Praxis zu Ehren von Ajahn Tong zu treffen, so seid Euch dessen gewiss, wann immer Ihr Euch die Zeit zum Praktizieren nehmt und Metta sendet, das dies zur gleichen Zeit auch andere aus unserer weltweiten Sangha tun.

Es ist wohl der Höchste Respekt den wir unserem verehrten Hochwürdigen Lehrer zollen können, indem wir weiter die Meditationspraxis üben, sie in unseren Alltag integrieren und seinen Lehrunterweisungen folgen. So können wir, mithilfe unserer – von Ajahn Tong autorisierten und erfahrenen – Lehrer, das wertvolle Erbe antreten, das er uns hinterlassen hat.

In Thailand gibt es die Tradition, bei einem Todesfall im engeren Kreis der Familie, v. a. der Eltern oder bei hochrangigen Mönchen oder Lehrern temporär zu ordinieren. Diesem Aufruf folgen auch einige Angehörige unserer westlichen Sangha. Allen voran Khun Kathryn und Khun Thanat, soweit er bis dahin schon wieder bei Kräften ist. …sadhu, sadhu, sadhu.

Wir sind sehr dankbar, diesem großen Lehrer des Dhamma begegnet zu sein. In diese Dankbarkeit sind auch Khun Thanat und Khun Kathryn mit eingebunden, die durch Ihre großartige und unermüdliche Arbeit die Vipassana-Technik von Ajahn Tong weitergetragen haben. Nicht nur hier in Chomtong haben Sie auf Anweisung von Ajahn Tong ein bedeutendes Meditationszentrum aufgebaut, sondern auch weltweit viele Gruppen und Kurse organisiert. Durch sie war uns immer auch die nahe Begegnung mit Ajahn Tong möglich und seine Lehrreden konnten uns durch die Übersetzungen verständlich gemacht werden.

Dankbar sind wir auch für die drei Besuche des Höchst Ehrw. Ajahn Tong im Dhammacari Vipassana Meditationszentrum in den Jahren 2008, 2013 und 2017 – eine wirklich große Ehre. Auch dies war nur mit der Unterstützung von Khun Thanat und Khun Kathryn möglich.

Dankbar auch, die klaren Aussagen und die Ermutigung zum weiteren Ausbau des Meditationszentrums im Sonnenthal von Ajahn Tong erhalten zu haben.

Mit Metta

Angelika

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